Leipzig will MEER, bekommt es aber nicht.

Beim diesjährigen SeenLand-Kongress auf der Leipziger Messe durfte ich die Gesamtveranstaltung als Graphic Recorder visuell protokollieren und wurde dabei Zeuge einer deutlichen Absage.

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Die stolze sächsische Messestadt träumt vom Zugang zum Meer, schließlich fehlten beim Bau des Saale-Elster Kanals, der Leipzig mit der Nordsee verbinden würde, nur noch 7 km, als das Projekt 1943 auf Eis gelegt wurde. Im Rahmen eines „Tourismuswirtschaftlichen Gesamtkonzeptes Mitteldeutsche Gewässerlandschaft“ (TWGK) schöpfte Leipzig in den letzten Jahren wieder Hoffnung, den fehlenden Kanaldurchstich zur Förderung des mitteldeutschen Gewässer-Tourismus nun doch noch zu erreichen. Aber diesen Plänen machte der Leiter der Abt. Wasserstraßen/Schifffahrt des BMVI eine rüde Absage – der Kanal würde sowieso niemals relevant für die Berufsschifffahrt werden und daher entbehre das Projekt für immer jeglicher Planungsgrundlage, außerdem hätten die sowieso zu wenigen Mitarbeiter des Amtes Wichtigeres zu tun… Man hätte es auch netter formulieren können, aber der Ton kommt mir aus meiner langjährigen Arbeit mit schwimmenden Installationen und Gewässerprojekten bekannt vor :-/

Das verkehrstechnisch irrelevante „Falkirk Wheel“ in Schottland, ein spektakuläres Schiffshebewerk zeigte zwar im Folgevortrag auf, dass Kanäle auch jenseits der Berufsschifffahrt, etwa als touristische Leuchttürme, zur Regionalentwicklung beitragen können, aber diese 7 km Kanal zwischen Leipzig und der Nordsee werden dafür wohl niemals gebuddelt werden.GR-NeuSeenLand – 11

Vielleicht lautet das neue Ziel in Leipzig demnächst „MEHR Wasser statt MEERwasser“? Das Geld könnte gut auch für andere gewässertouristische Leuchttürme eingesetzt werden…

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Joy is a German designer and artist, based in Hanover.

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Veröffentlicht in BildWelten-allgemein, Graphic Recording/Animation, Illustration/Zeichnung
One comment on “Leipzig will MEER, bekommt es aber nicht.
  1. Joy Lohmann sagt:

    Hat dies auf Art and related activities of Joy Lohmann rebloggt und kommentierte:

    Graphic Recording und Erklärfilme erfreuen sich wachsender Beliebtheit und es ist ja auch kein Wunder: schließlich erzählen Bilder mehr als 1000 Worte. Wie gut, dass Joy seit frühesten Graffiti-Tagen die „schnelle Linie“ geübt hat und diese Kunst auf vielen Prozesse und Themen anwenden kann. So zum Beispiel auch auf den „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ beim Seenland-Kongress der Messe Leipzig.

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